Kategorie -Jugendliche

Unisef: Digitalisierung verschärft Ungleichheit bei Kindern

Das Internet bietet Kindern weltweit Chancen, zu lernen und sich zu informieren. Allerdings sind Millionen Kinder davon ausgeschlossen, warnt Unicef.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat vor den Gefahren der Digitalisierung insbesondere für benachteiligte Kinder gewarnt. Regierungen und Wirtschaft hätten mit den Auswirkungen des technologischen Wandels nicht mitgehalten, heißt es im Unicef-Jahresbericht. „Hierdurch entstehen neue Risiken für Kinder und die Gefahr, dass Millionen benachteiligter Kinder noch weiter zurückgelassen werden.“

Zwar hebt der Bericht ausdrücklich den Nutzen digitaler Technologien hervor, den diese für die am stärksten benachteiligten Kinder haben können. Mädchen und Jungen, die in Armut, in entlegenen Regionen der Entwicklungsländer oder in Krisengebieten aufwachsen, könnten hierdurch Chancen für Lernen und Bildung bekommen. Millionen Kinder und Jugendliche auf der Welt profitierten jedoch nicht davon.

346 Millionen Heranwachsende in den Entwicklungs- und Schwellenländern – insbesondere in Afrika – seien von der digitalen Welt ausgeschlossen. Es gebe eine „digitale Kluft“ beim Zugang und der Art und Weise, das Internet zu nutzen, welche eine „Informationsarmut“ besonders bei benachteiligten jungen Menschen verfestige.

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Wird der Numerus Clausus in Medizin abgeschafft?

Das Bundesverfassungsgericht verkündet am Dienstag sein von vielen Studierenden mit Spannung erwartetes Urteil zur Regelung der Studienplatzvergabe im Fach Medizin. Das könnte das Ende des Numerus Clausus für dieses Fach bedeuten.

Weil es seit Jahren immer mehr Bewerber als Studienplätze gibt, gilt für das Medizinstudium ein sogenannter Numerus Clausus (NC) mit strengen Zulassungsbeschränkungen. Diese beruhen auf der Abiturnote und Wartezeiten sowie jeweils unterschiedlichen Auswahlverfahren der Hochschulen.

Bei der mündlichen Verhandlung Anfang Oktober stellten die Karlsruher Richter überaus kritische Fragen zum Auswahlverfahren. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte das höchste deutsche Gericht mit der Frage konfrontiert, ob die Auswahl von Bewerbern für das Medizinstudium noch „nach sachgerechten Kriterien“ erfolgt. Diese Kriterien hatte Karlsruhe in NC-Urteilen in den 1970er Jahren gefordert.

62.000 Bewerber auf knapp 11.000 Studienplätze

Das in erster Instanz bundesweit für die zentrale Studienplatzvergabe in Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie Pharmakologie zuständige Gelsenkirchener Gericht ist der Auffassung, dass mit durchschnittlichen Abiturnoten – wie in den Ausgangsfällen von 2,0 und 2,6 – auch nach einer „angemessenen Wartezeit“ ein Medizinstudium möglich sein muss.

Aktuell rangeln im Fach Humanmedizin 62.000 Bewerber um knapp 11.000 Studienplätze. Davon werden 20 Prozent zentral über die Abiturnote vergeben, 20 Prozent über Wartezeiten und 60 Prozent über höchst unterschiedliche Kriterien der Hochschulen selbst. Ob sich die Hochschulen bei der Vergabe der Plätze nach ihren jeweils eigenen Kriterien auf ihre im Grundgesetz verbürgte Wissenschaftsfreiheit berufen können oder ob das Grundrecht der Studierenden auf Berufsfreiheit Vorrang hat, ist eine der Kernfragen des anstehenden Urteils.

Sehr unterschiedliche Auswahlkriterien an den Universitäten

Der Vizepräsident des Gerichts, Ferdinand Kirchhof, sprach mit Blick auf die höchst unterschiedlichen Standards der Universitäten von einem „Weizenfeld der Auswahlkriterien“. Gut möglich, dass die Verfassungshüter mit Verweis auf die Grundrechte dieses Feld für mehr Chancengleichheit lichten und vom Gesetzgeber etwa ein bundeseinheitlich geltendes, transparentes Testverfahren zur Eignung für ein Medizinstudium einfordern werden.

Dies könnte auch für die Wartezeitregelung als Noten-Korrektiv bei der Studienplatzvergabe gelten. Das aktuelle Problem hier: Studierende ohne einen Einserschnitt müssen derzeit bis zu siebeneinhalb Jahre auf eine Studienplatz warten – also länger als die Regelstudienzeit von zwölf Semestern, die als denkbare Obergrenze in Karlsruhe angesprochen wurde.

Der Kampf um die Studienplätze bleibt

Aber selbst wenn die Verfassungshüter nun klarere Auswahlkriterien einfordern sollten, am Kampf der Vielen um die wenigen Studienplätze wird das nichts ändern. Die Standesvertretung der Ärzte, der Marburger Bund, fordert deshalb zehn Prozent mehr Studienplätze. Doch dagegen wehren sich die Länder. Ihre Ausgaben je Student beliefen sich 2014 laut Statistischem Bundesamt auf rund 33.000 Euro, Tendenz steigend. Damit ist die Humanmedizin im Vergleich mit anderen Fächern am teuersten.

Der dieses Jahr von der Bundesregierung und den Ländern beschlossene „Masterplan Medizinstudium 2020“ sieht zwar eine „Weiterentwicklung“ der Zulassungskriterien vor und will „soziale und kommunikative Kompetenzen“ der Bewerber stärker gewichten. Mehr Studienplätze wurden aber nicht vereinbart.

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Schule schickt Mädchen zum Schminken, Jungs in Baumarkt

Geschlechterklischees sind offenbar auch im Jahr 2017 in Australien noch weit verbreitet: An einer Schule sind kürzlich Mädchen zum Schminken und Jungen in den Baumarkt geschickt worden. Ein Vater hat darauf mit einem humorvollen Brief reagiert.

Es klingt nicht so ganz, als wäre es im 21. Jahrhundert passiert: An einer Schule in Australien sollen Kinder streng den Geschlechtern nach in Schulaktivitäten eingeteilt worden sein. Die Mädchen sollten in die Bücherei gehen und ihre Haare machen und sich schminken. Die Jungen hingegen wurden in den Baumarkt geschickt. So schildert es Stephen Callaghan, der Vater einer Schülerin der sechsten Klasse der Schule, in einem Brief an den Schulleiter.

Schulaktivitäten nur für Mädchen und nur für Jungen?

In diesem wundert er sich über den Vorfall: „Als Ruby [seine Tochter] gestern zur Schule losging, war es 2017. Nachmittags kam sie aus dem Jahr 1968 wieder.“ Er schildert den Vorfall an der Schule und bittet den Schulleiter darum, nachzusehen, ob irgendwo im Schulgebäude eine Zeitmaschine versteckt ist. Er freue sich, wenn seine Tochter und die anderen Mädchen wieder in dieses Jahrtausend zurückgebracht würden – in ein Jahrtausend, „in dem Schulaktivitäten nicht streng nach Geschlechtern unterteilt werden“.

Seinen Brief veröffentlichte Stephen Callaghan auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Er wurde über 3000 Male retweetet und erhielt fast 9000 Likes.

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Kindliche Sexualität: Den eigenen Körper „begreifen“

Prinzipiell sind wir ja offen. Völlig entspannt, was den Umgang mit dem eigenen Körper und Sexualität angeht. Wenn aber Sohnemann in aller Öffentlichkeit die Hand in die Hose steckt oder die kleine Tochter sich schon leicht schwitzend auf dem Bussitz hin- und herschiebt, dann ist es mit der Coolness schnell vorbei.

Für Kinder sind die Geschlechtsteile ein Körperteil wie jeder andere

Der Mensch ist ein sinnliches Wesen. Schon zu Beginn des Lebens erfahren wir unsere Umwelt durch unseren Körper. Im Mutterleib und auch danach: Wir werden gestillt, wir rollen und robben, wir spüren und spüren nach, werden gekitzelt, gestreichelt und geküsst und erfahren die Welt um uns herum, indem wir alles in den Mund nehmen und im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen versuchen. Das gilt für unsere Füße genauso wie für unsere Geschlechtsteile.

Infantile Sexualität bestimmt das spätere Körperbewusstsein

Meine Nase, meine Arme, meine Zehen und das da unten – unsere Gesellschaft ist in punkto natürlichem Umgang mit Geschlechtsteilen und Sexualität ziemlich zwiegespalten. Wir wissen, dass die Berührung der eigenen Genitalien etwas völlig Natürliches ist – auch und gerade bei einem Kind. Körpererfahrung gehört zur kindlichen Entwicklung von Körpergefühl und eines „Selbst-Bewusstseins“ dazu.

Ob wir uns später selbst mögen, wie wir unsere eigene Sexualität erleben und ob wir sie als positiv empfinden, hängt stark auch mit den Erfahrungen von Körperlichkeit zusammen, die wir in der Kindheit machen dürfen. „Die Grenzen zwischen dem Bedürfnis nach körperlichem Kontakt und sexuellen Gefühlen ist fließend“, so Klaus Seifried vom Bundesverband Deutscher Psychologen. „Genau wie die Grenze zwischen Neugierde, Explorationsdrang, Erkundung der Umwelt und Erregung.“

Es kann peinlich werden

Das ist die eine Seite, die andere aber ist unser Schamgefühl: Die Familie hat Besuch, man sitzt gemeinsam zusammen und plötzlich können alle beobachten, wie sich die dreijährige Tochter mit Genuss an der Sofalehne reibt und mit leicht abwesendem Blick stöhnt. Eine Situation, in der die wenigsten Eltern gelassen bleiben können. Genauso wenig, wie wenn man von anderen Eltern oder Erziehern darauf angesprochen wird, dass diese es schon ein bisschen befremdlich fänden, dass der Sohnemann dauernd die Hand in der Hose habe und kräftig rubbele.

Barbara Langzeuner ist Leiterin eines Nürnberger Kindergartens und weiß, dass das Thema in unserer Gesellschaft missverstanden wird und Kinder daher Begleitung brauchen: „In der Öffentlichkeit nehme ich Kontakt zu dem Kind auf, nehme es zum Beispiel an die Hand und hole es so aus der Situation. Im geschützten Raum – wie im Kindergarten – schreite ich nicht ein. Aber ich behalte die Situation aus der Ferne im Auge und suche bei Bedarf das Gespräch.“

Kinder sind neugierig auf den eigenen Körper

Auch, wenn die Eltern bisweilen vor Scham im Boden versinken möchten: Ihre Kinder denken sich gar nichts dabei, wenn sie sich gezielt an Kitzler oder Penis reiben. Gerade in den ersten Lebensjahren sind sie neugierig auf den eigenen Körper und wenn mit dem Sich-selbst-Streicheln schöne Gefühle verbunden sind, dann möchten sie das wiederholen. Dabei ist die Sexualität kleiner Kinder eine ganz andere als die von Teenagern oder Erwachsenen. Masturbieren, Onanieren, Selbstbefriedigung sind auf Lustgewinn ausgerichtet mit dem Ziel eines Orgasmus. Das Kind aber spielt einfach gedankenverloren an sich herum und genießt.

Kleinkinder unterscheiden nicht zwischen Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität. Für sie sind schöne Gefühle das Entscheidende. Wir Erwachsenen reagieren darauf irritiert, weil die Bilder, die wir dazu im Kopf haben, so gar nicht zu Kindern passen und auch nicht passen dürfen. Der Begriff Sexualität in Verbindung mit Kindern ist zu Recht ein Tabu. Das macht es zwar leichter, notwendige Grenzen einzuhalten, aber das macht Kinder nicht zu asexuellen Wesen. Und es macht es schwieriger, richtig mit kindlicher Sexualität umzugehen.

Liebevoll aber verantwortungsbewusst begleiten

Die richtige Unterstützung bei der psychosexuellen Entwicklung hängt stark ab von eigenen Erfahrungen, von eigenen Schamgrenzen und natürlich von der Individualität des Kindes. Bei manchen Kindern ist es gar kein Thema; andere können von der Selbstberührung nicht genug bekommen. Dann kann es entscheidend sein, wie die Umgebung reagiert, ob die Kinder in der Erkundung des eigenen Körpers bestärkt oder begrenzt werden, ob die damit verbundenen Gefühle toleriert werden oder ob es sofort „Pfuis“ und „Igitts“ regnet.

Dein Körper gehört dir, deine Gefühle sind wichtig…

Wenn Kinder sich selbst berühren, kann das nicht nur Langeweile vertreiben, sondern auch Spannungen abbauen. Daher kommt es auch relativ häufig in Situationen vor, in denen sie sich unsicher fühlen. Es ist nichts, wofür man sich als Mama oder Papa schämen oder das einen beunruhigen muss.

„Auf keinen Fall“, so Barbara Langzeuner, „sollte man schimpfen oder empört reagieren.“ Denn das angeekelte Verhalten verwirrt das Kind und führt dazu, dass es ein schlechtes Gewissen bei etwas empfindet, das völlig natürlich ist. Das bestätigt auch der Psychologe: „Wenn Eltern negativ, empört oder angeekelt reagieren, sagt dies eher etwas aus über die Verdrängung oder Leugnung der eigenen sexuellen Bedürfnisse. Das Kind wird durch solche eine Reaktion in die Scham, in das Verstecken gedrängt.“

…aber nicht überall ist Raum dafür

Trotzdem ist es wichtig, dass das Kind von klein auf lernt, dass manches privat ist – das Kind ablenken ist in Momenten, in denen es peinlich werden kann, also völlig in Ordnung. Auch, weil es anderen unangenehm sein kann und es nun mal nicht üblich ist, an seinem Penis herumzuspielen oder den Rock zu heben und sich an der Scheide zu streicheln während andere dabei sind. Auch dann nicht, wenn es gerade so schön kitzelt.

Der bekannte dänische Familientherapeut Jesper Juul rät, dem Kind Folgendes zu sagen: „Es ist für mich in Ordnung, wenn du das zuhause machst, aber nicht in der Öffentlichkeit.“ Und dazu gehört ein geschützter Raum, in den auch die Eltern nicht einfach reinplatzen. Kindgerecht erklären kann man das zum Beispiel, indem man mit Vergleichen arbeitet. Die Küche ist zum Kochen da, zum Waschen das Badezimmer und zum Spielen, auch mit sich selbst, das Kinderzimmer. Im Rahmen eines solchen Gespräches ist es wichtig, mit Themen wie Scham offen und kindgerecht umzugehen und freundlich, aber bestimmt klarzumachen, dass keine Gegenstände in irgendwelche Körperöffnungen gesteckt werden. Nicht in die Ohren, aber auch nicht in die Scheide. Nicht bei anderen und auch nicht bei sich selbst.

Die Vermittlung angemessener Sprache kann schützen

Die Geschlechtsteile gehören wie jeder andere Körperteil zum Ganzen. Gehen Eltern damit offen um und benennen sie, geben sie dem Kind auch Worte für den Fall eines Missbrauchs. Nicht unerheblich, wenn man bedenkt, dass jedes vierte Mädchen und jeder siebte Junge sexuellen Missbrauch erleben muss. Stark sexualisiertes Verhalten und ein nicht dem Alter angemessenes Verhalten können Alarmsignale dafür sein.

Klaus Seifried warnt aber zur Vorsicht bei der Interpretation: „Wenn Lehrkräfte oder Erzieher hier einen Verdacht haben, sollten sie sich von Experten, zum Beispiel einem Schulpsychologen, beraten lassen und den Fall besprechen, bevor sie das Kind oder die Eltern ansprechen.“

Scham ist ein Hüter der Grenzen

Kleine Kinder sind neugierig. Auf sich selbst, aber auch auf andere. Selbstbefriedigung gehört genauso zur gesunden psychosexuellen Entwicklung wie Doktorspiele. Und auch das Interesse für die Körper der Eltern oder Geschwister, die so ganz anders aussehen als der eigene. Scham kennen sie dabei vor dem vierten Lebensjahr nicht.

Wenn die Kinder also die Geschlechtsteile der anderen Familienmitglieder berühren wollen, ist es wichtig, genau auf das eigene Schamgefühl zu achten und ganz klar und ruhig zu sagen, was man nicht möchte. Das verstehen bereits die ganz Kleinen und lernen dabei wie von selbst, dass jeder das Recht hat, nein zu sagen.

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Schulhund: Hund hilft Schülern beim Lernen

Hunde im Klassenzimmer? In einer Schule in Tübingen gehört der tierische Besuch fast zum Alltag. Schülerliebling Naya besucht zweimal pro Woche die 6c und sorgt damit für Gelassenheit und Konzentration. Experten zufolge kommen in Zukunft immer mehr Schulhunde zum Einsatz. Regeln dafür existieren bislang keine.

Die Schüler der 6c der Gemeinschaftsschule West in Tübingen arbeiten an diesem Morgen ausgesprochen ruhig. Wer etwas von Lehrerin Bettina Rebstock wissen will, winkt sie zu sich und flüstert. Ein Grund für die ungewöhnliche Ruhe ist Schulhündin Naya. Weil Hunde sehr viel besser hören als Menschen, darf die Klasse nicht zu laut sein, wie Schülerin Albina erklärt. Die schwarze Mischlingshündin gehört an zwei Tagen pro Woche zur Klasse. Für viele Schüler die schönsten Tage der Schulwoche.

Positive Wirkung auf das Sozialverhalten der Schüler

Rebstock hat die Hündin vor rund fünf Jahren aus einem Tierheim in Spanien geholt und von Anfang an mit in die Schule genommen, um sie an die Kinder zu gewöhnen. Sie ist überzeugt, dass Schulhunde eine positive Wirkung auf das Sozialverhalten von Schülern haben. Die Kinder lernen ihrer Erfahrung nach zum Beispiel, einem Tier Grenzen zu setzen und auch selbst Regeln, die im Schulhundeprojekt gelten, einzuhalten.

Das Kommando „Ab!“ versteht Naya und trollt sich. Wenn ein Schüler besonders aufgeregt ist, kommt die Hündin auch zum Einsatz. „Ich sage dem Schüler dann: Setz dich mal vor zu Naya, nimm dir eine Auszeit, streichel sie“, sagt Rebstock. Das beruhige.

Die Zahl der Schulhunde in Deutschland nimmt zu, wie die Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für tiergestützte Therapie, Psychologin Andrea Beetz, sagt. Zu den positiven Effekten gehöre, dass sich Schüler durch die Anwesenheit von Hunden entspannten. Allerdings kritisiert sie auch, dass häufig ungeeignete Hunde mit nicht eigens dafür qualifizierten Lehrern in Schulen seien und fordert Standards.

Für Schulhundprojekte gibt es bisher keine einheitlichen Regeln. Sie müssen nur vom Schulleiter, der das Hausrecht in der Schule hat, erlaubt werden, wie etwa das baden-württembergische Kultusministerium mitteilt. Wie viele Schulhunde es gibt, wird im Ministerium nicht erfasst.

Lehrer muss pädagogisch versiert sein

„Themen, die in den Schulen gelöst werden können, sollten auch in den Schulen gelöst werden“, sagt der Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Matthias Schneider. Die Schulverwaltungen arbeiteten ohnehin am Limit. 

Für die Schulleiterin der Gemeinschaftsschule West in Tübingen, Angela Keppel-Allgaier, kommt es bei der Genehmigung von Schulhundprojekten auf ihr Vertrauen zum Lehrer mit Hund an – und nicht auf eine besondere Ausbildung. Sie als Schulleiterin genehmige ein Projekt nur, wenn sie wisse, dass der Lehrer ausgesprochen strukturiert arbeite und pädagogisch versiert sei. 

„Unsere Schüler bringen viele Belastungen mit“, erklärt Keppel-Allgaier. Kinder Zuneigung und Geborgenheit spüren zu lassen, sei schwierig, gelinge aber über den Hund. „Wenn die Lehrerin gut mit dem Hund umgeht, vermittelt sie ein gutes Gefühl.“

Naja hat ein Körbchen, in das sie sich zurückziehen kann

Die Schüler lernen außerdem Verantwortung: Zwei Schüler haben Hundedienst, wenn Naya ihren Schultag hat. Sie bleiben in der Pause mit ihr im Klassenzimmer, geben ihr etwas zu trinken und spielen mit ihr. Der Dienst ist beliebt, wer Geburtstag hatte, darf ihn übernehmen.

Ein weiterer Nebeneffekt aus Sicht von Bettina Rebstock: „Viele Kinder mit Migrationshintergrund lernen, dass Hunde hier zur Familie gehören.“ Um Vorbehalte von Eltern aufzulösen, hat sie Naya auch beim Elternsprechtag dabei. Sowieso wird vor dem Schuljahr bei den Eltern gefragt, ob Kinder in die Klasse mit Hund wollen und dürfen.

Für Naya seien die Schultage zwar anstrengend, sagt Rebstock. Wenn das Stress-Level steige, lege die Hündin ihre Ohren an. Rebstock kann dann reagieren. Hinter ihrem Pult steht ein Körbchen, in das sich Naya zurückziehen kann. Es sei noch nie etwas passiert, sagt Rebstock. „Ich glaube schon, dass sie ganz gerne herkommt.“

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Eltern sollten kindliche Hemmung vor Alkohol nicht gefährden

Oft haben Kinder und Jugendliche eine natürliche Hemmschwelle gegenüber Alkohol. Auch an Feiertagen wie Weihnachten und zum Jahreswechsel sollten Eltern nicht versuchen, diese Hemmung durch süße Getränkemischungen zu überwinden.

Viele Kinder sind Alkohol gegenüber erst einmal ablehnend eingestellt. Eltern sollten ihr Kind dann auch nicht zum Probieren animieren, sagt Christa Merfert-Diete, Referentin bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. So könnten die Hemmungen bewahrt werden. Außerdem sollte Alkohol nicht mit Aussagen wie „Jemand der groß ist, mag sowas“ verknüpft werden – „leider passiert das auf Familienfeiern nach wie vor“.

Alkohol ist kein Lebensmittel wie jedes andere

Generell sollten Eltern so früh wie möglich anfangen, mit Kindern kritisch über Alkohol zu sprechen – und zwar „sobald sie danach fragen“, empfiehlt Merfert-Diete. Wer erst damit beginnt, wenn die Kinder im Teenageralter sind, kommt meist zu spät. Klar sein sollte, dass Alkohol kein Lebensmittel wie jedes andere, sondern ein Genussmittel ist – „und von seiner Substanz her ein Nervengift.“

Letztlich entscheiden Eltern im privaten Rahmen selbst, wann und was ihr Kind trinken darf. Das Jugendschutzgesetz gibt dagegen für den öffentlichen Raum klare Regeln vor: kein Bier oder Wein im Alter unter 16 Jahren, weder Branntwein noch Spirituosen unter 18 Jahren. „Das können Eltern zur Orientierung nehmen“.

„Die kriegen das nicht so mit“

Im Umgang mit Alkohol sind Eltern erstes Vorbild ihrer Kinder. „Viele denken ‚Die kriegen das nicht so mit‘ oder ‚Ich sage ihnen ja, dass das noch nichts für sie ist'“, sagt Expertin Merfert-Diete. Kinder orientierten sich aber viel stärker am Verhalten, das sie beobachten können, als am Gesagten. Wer das Glas Wein zur Selbstverständlichkeit erhebt, wird es schwer haben, dies seinem Kind glaubwürdig zu verbieten.

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Wo Fahren ohne Führerschein erlaubt ist

Zum ersten Mal ans Steuer: Viele Anfänger wählen dafür eine ruhige Dorfstraße oder einen großen Parkplatz. Das kann aber sogar im Gefängnis enden. Hier erfahren Sie die ganz legale Alternative.

Überblick
  • Üben auf ausgewiesenen Verkehrsübungsplätzen
  • Privatgelände: Nur mit Einverständnis des Besitzers
  • Erhebliche Konsequenzen bei Verstößen

Wer keinen Führerschein hat, darf nicht Auto fahren. Und wer sich daran nicht hält, muss mit sehr unangenehmen Folgen rechnen. Da spielt es auch keine Rolle, ob für den ersten Fahrversuch etwa ein abgelegener Waldweg gewählt wird. Dennoch gibt es die Möglichkeit, dass sich Fahranfänger ganz legal ans Steuer setzen können.

Üben auf ausgewiesenen Verkehrsübungsplätzen

Erlaubt ist das Autofahren ohne Führerschein nämlich auf ausgewiesenen Verkehrsübungsplätzen. Dabei gelten zwei Bedingungen:

  • Der Fahranfänger muss je nach Anbieter mindestens 16 oder 17 Jahre alt sein.
  • Ein erwachsener Begleiter muss einen gültigen Führerschein vorzeigen.

Begleiter sollten außerdem beachten: Sind die sogenannte Tageshaftpflichtversicherung und eine Vollkaskoversicherung im Preis eingeschlossen? Oder können sie wenigstens zusätzlich abgeschlossen werden? Dann nämlich werden Sie bei einem Unfall nicht in der eigenen Kfz-Versicherung höhergestuft.

Privatgelände: Nur mit Einverständnis des Besitzers

Auch auf einem Privatgelände können Fahranfänger üben, wenn der Besitzer damit einverstanden ist. Entscheidend ist, dass das Grundstück nicht für jeden zugänglich und zum Beispiel durch einen Zaun klar abgegrenzt ist.

Erhebliche Konsequenzen bei Verstößen

Wer sich nicht an das Verbot hält, muss mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr rechnen. Obendrein kann der Gesetzgeber dem Führerscheinanwärter verbieten, zur Prüfung anzutreten – sogar für mehrere Jahre.

Auch den Fahrzeughalter erwarten erhebliche Konsequenzen: Ihm droht neben einer Geldstrafe der Entzug seines Führerscheins, wenn er zulässt, dass jemand ohne Fahrerlaubnis sein Fahrzeug fährt – auch wenn es nur zu Übungszwecken ist.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur mid

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Sind Deutsche zu faul für Mathe?

Sie ist der Alptraum vieler Schüler – und doch eine wichtige Grundlage des Alltags: Mit Mathematik tun sich viele Menschen schwer, mit Statistiken sind sie oft leicht zu manipulieren. Viele vertrauen blind hochkomplexen Algorithmen. Über ein deutsches Phänomen.

Mathematik hat ein Problem: Ihr Image ist bei vielen Menschen schlecht. So schlecht, dass sie gar nicht merken, welche Probleme sie ohne Mathematik haben. „In Deutschland ist es cool, wenn man sagt, dass man Mathe in der Schule nicht konnte“, sagt Mathematik-Professor Christian Hesse von der Universität Stuttgart. „Damit kann man punkten.“ Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung spricht sogar von einem „Volk von Zahlenblinden“.

Zugleich werden wir im Alltag immer häufiger mit Daten und Statistiken konfrontiert. „Es ist wichtig, dass man dafür ein Verständnis hat“, sagt Hesse. „Gerade Statistiken können leicht manipuliert werden. Wir sollten die Schlüsse, die andere für uns daraus gezogen haben, kritisch einschätzen können.“

Zusammenhänge oft unklar 

Psychologe Gigerenzer, der Direktor des Forschungsbereichs Adaptives Verhalten und Kognition ist, sagt: „Große Teile der Gesellschaft bemerken nicht, dass sie Dinge nicht verstehen.“ Das gelte für Laien wie für Experten gleichermaßen.

So könnten viele nicht zwischen absolutem und relativem Risiko unterscheiden. Als eine Behörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor zwei Jahren verbreitet hatte, dass das Darmkrebs-Risiko je 50 Gramm verzehrtem, verarbeitetem Fleisch am Tag um 18 Prozent steige, sei die Sorge groß gewesen. Absolut sei die Gefahr einer Krebserkrankung aber nur von 5 auf 5,9 Prozent gestiegen, verdeutlicht Gigerenzer. „Das ist ein Machtinstrument: Man erregt Ängste und Aufmerksamkeit.“

Mathe ist wichtig im Leben

Wie ambivalent das Verhältnis zur Mathematik ist, verdeutlichen einige Beispiele: Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit setzen Tausende Spieler auf das große Glück beim Lotto. Auch Erwachsene greifen bei Kopfrechenaufgaben zum Taschenrechner. Die negative Grundhaltung gegenüber der Mathematik sei ein ziemlich deutsches Phänomen, sagt Hesse: „In Frankreich und skandinavischen Ländern ist das anders.“ Dort werde Mathematik als große Kulturleistung angesehen. Die Leistung von Menschen, die sich mit Mathematik beschäftigen, werde höher eingeschätzt.

Gleichzeitig vertrauen auch Mathe-Skeptiker auf Dinge, die sie nicht verstehen: kompliziert errechnete Kryptowährungen, Algorithmen bei Partnerbörsen im Internet, der Beitragsauswahl in Sozialen Netzwerken oder Suchmaschinen. Sie setzen also bei so wichtigen Aspekten wie Geld und Liebe auf Mathematik. Das Internet der Dinge – vernetzte (Haushalts)geräte – ist quasi in aller Munde, ohne dass die meisten Menschen die Technologie dahinter durchschauen.

Deutsche sind maschinenähnlich

„Deutschland ist ein Land der Ingenieure, beim Technikthema fühlen wir uns sicher“, sagt Brigitte Witzer, die unter anderem als Expertin für Risikointelligenz Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik coacht. Daher das Vertrauen auf Mathematik und Technik, auch wenn sie nicht durchdrungen werden. „Wir Deutschen lieben es, zu funktionieren.“ Das mache uns gewissermaßen maschinenähnlich.

Mathematiker Hesse sagt, man brauche ein „quantitatives Bauchgefühl“, um Dinge unter Zeitdruck, nur mit Teilinformationen und ohne riesige Rechnerkapazitäten, zu hinterfragen. „Das kann man sich antrainieren“, sagt der Autor von „Das kleine Einmaleins des klaren Denkens“ und zahlreicher anderer Mathe-Bücher.

Welt wird komplizierter

Die moderne Welt werde immer komplizierter. Jeder könne höchstens einen kleinen Bereich überblicken, räumt er ein. Auch in der Mathematik selbst gebe es – wie in anderen Fachbereichen – einen starken Trend zur Spezialisierung. „Schon Mathematiker mit verschiedenen Spezialisierungen verstehen sich nicht mehr.“

Mathe durchzieht so ziemlich alle Lebensbereiche: Die Mathematisierung, so schreibt der Wissenschaftstheoretiker Bernulf Kanitscheider in dem Buch „Kleine Philosophie der Mathematik“, sei als Argumentationsstruktur in allen Disziplinen zu finden. So macht auch Hesse deutlich: „Heizungen heizen, Flugzeuge fliegen nur dann, wenn Mathematik drinsteckt.“ GPS und MP3 seien Ergebnisse ausgefeilter mathematischer Theorien. Selbst das Schlangestehen könne mathematisch analysiert werden: Demnach ist das amerikanische Modell, das etwa die Deutsche Post inzwischen in ihren Filialen praktiziert, effizienter als die übliche Supermarktkassenreihe: Alle Kunden stehen in einer Schlange und vorne wird direkt an freie Schalter verteilt.

Gigerenzer bricht eine Lanze für statistisches Denken, um bestimmte Dinge für sich selbst zu überprüfen. Er nennt das das „Einmaleins der Skepsis“. Kaum jemand wisse, was mit 30 Prozent Regenwahrscheinlichkeit bei Wetterprognosen gemeint sei. Als Positivbeispiel führt Gigerenzer die Bankenkrise an: „Das Verhalten von Bankkunden hat sich danach verbessert: Menschen verstehen, dass der Bankberater ja die Bank vertritt – und man selber denken muss.“

„Im Mathematikunterricht darf nicht nur Mathematik unterrichtet werden.“

Beide – Hesse und Gigerenzer – sprechen sich für einen anderen Umgang mit der Mathematik und völlig andere Schulkonzepte aus. Grundschülern mache Mathematik Spaß, weil alles aufgehe, sagt Hesse. Später werde es abstrakter, Kinder spürten das Unbehagen ihrer Eltern. „Mathematik polarisiert sehr stark.“ Laut einer Studie fürchte ein Drittel der Jugendlichen auf weiterführenden Schulen die Mathematik. Auf der anderen Seite habe die Stiftung Rechnen herausgefunden, dass 20 Prozent der Schüler Mathe zum Lieblingsfach erklären. Hesse fordert, Fächergrenzen aufzubrechen: „Im Mathematikunterricht darf nicht nur Mathematik unterrichtet werden.“ So spielten etwa beim Thema Big Data auch Aspekte der Wirtschaft, der Medizin und der Ethik eine Rolle.

Wie viel Mathe braucht man?

Wie viel Verstehen ist also nötig, mit wie viel mathematischer Ahnungslosigkeit kann man über die Runden kommen?

Für den Alltag reiche die Mathematik des achten Schuljahres, sagt Hesse: Bruchrechnen, Dreisatz und Prozentrechnung („die Königsdisziplin der Alltagsmathematik“). „Wenn man Wahrscheinlichkeitsaussagen verstehen will, braucht man aber mehr.“ Man müsse verstehen, wie der Banker dazu gekommen ist, eine Geldanlage zu empfehlen, oder wie die Chancen und Risiken einer medizinischen Behandlung gegeneinander abzuwägen sind.

Medien beispielsweise sollten statistische Tricks öfter aufdecken und verständlich machen, fordert Psychologe Gigerenzer, der zu den Initiatoren der „Unstatistik des Monats“ zählt, die sowohl Zahlen als auch deren Interpretationen hinterfragt. „Viele wissen auch nicht, wo sie sichere Informationen herbekommen“, sagt Gigerenzer. „Wir brauchen weniger Paternalismus, mehr Aufklärung.“

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Jugendliche trinken wieder vermehrt Alkohol

Jahrelang ging die Zahl der Klinikeinweisungen wegen Alkoholvergiftung bei Jugendlichen zurück. Nun gibt es eine Trendwende. Eine Krankenkasse zeigt sich alarmiert.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden, ist erstmals seit 2012 wieder gestiegen. Im vergangenen Jahr kamen bundesweit 22.309 10- bis 20-Jährige völlig betrunken in die Klinik. Das geht aus einer Statistik des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Krankenkasse DAK-Gesundheit hatte die Daten recherchiert.

Anstieg vor allem in Sachsen-Anhalt und Brandenburg

Im Vergleich zum Vorjahr handelt es sich um einen Anstieg um 1,8 Prozent. Bei den 15- bis 20-Jährigen ist der Anstieg mit plus zwei Prozent auf 19.679 Betroffene dabei höher als bei den 10- bis 15-Jährigen. In den drei Jahren zuvor hatte die Zahl der Betroffenen stetig abgenommen. 2016 waren 12.972 Jungen und junge Männer betroffen und 9337 Mädchen und junge Frauen. Die meisten Kinder und Jugendlichen mit Alkoholvergiftung gab es seit 2000 mit 26.673 im Jahr 2012, zehn Jahre zuvor waren es nur 12.807.

Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern ist sehr unterschiedlich. So gab es in Sachsen-Anhalt einen Anstieg um 26,2 Prozent, in Brandenburg um 20,9 und in Sachsen um 11,9 Prozent. Den größten Rückgang verzeichneten Berlin mit minus 6,3 Prozent sowie Bremen und Schleswig-Holstein mit jeweils minus 6,1 Prozent.

„Dass jetzt erstmals seit drei Jahren die Zahlen wieder ansteigen, ist eine alarmierende Entwicklung“, sagte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm.

Bewusstlos trinken in der Schule

Immer wieder erregen Fälle von Komasaufen bei Jugendlichen Aufsehen – auch in den vergangenen Monaten. So trank eine Realschülerin in Malchin in Mecklenburg-Vorpommern während der Unterrichtszeit fast eine Flasche Wodka und kam per Rettungswagen ins Krankenhaus. Am Berliner Alexanderplatz griff die Polizei eine 13-Jährige auf, die sich mit Wodka aus einem Spätkiosk bewusstlos getrunken hatte. In Stralsund betranken sich eine 12-Jährige und ein 14-Jähriger auf dem Schulhof mit Schnaps. In Garmisch-Partenkirchen griff die Polizei eine bewusstlose 13-Jährige in einem Wald auf, die von älteren Jugendlichen zum Trinken verleitet worden war.

Aufklärung im Unterricht gefordert

Storm kündigte an, für seine Krankenkasse seien die Zahlen ein Auftrag, Präventionsangebote für Jugendliche fortzusetzen. Mit der Bundesdrogenbeauftragten werde die DAK-Gesundheit im kommenden Jahr die Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ fortsetzen. „Solche wichtigen Gesundheitsthemen sollten in den Schulalltag einfließen“, sagte Storm. Seit dem Start im Jahr 2010 hatten sich bundesweit knapp 90.000 Schüler an der Kampagne beteiligt – mit Bildern und Botschaften über die Risiken von Alkoholmissbrauch.

Erst im Mai hatte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung einen Rückgang beim Alkoholkonsum von Jugendlichen gemeldet. Demnach greift durchschnittlich jeder zehnte befragte Teenager zwischen 12 und 17 Jahren einmal in der Woche zu alkoholischen Getränken. Im Jahr 2004 waren es noch mehr als doppelt so viele (21,2 Prozent).

Vereinfachter Zugang durch Onlineshops

Nicht zuletzt über das Internet können Jugendliche leicht an harten Alkohol kommen – auch über genau auf die Zielgruppe zugeschnittene Angebote, wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen warnt.

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